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Chronik von Heinrich Tráble

Ortsgeschichte von Bingen-Büdesheim am Scharlachberg
Die Entwicklung und Veränderung in den letzten 100 Jahren (1861 - 1961) aus der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des TuS 1861 e.V. Bingen-Büdesheim von Heinrich Trablé (TuS-Schriftführer von 1910-1936)


Am Fuße des Rochusberges, dessen Südwestecke seit urvordenklicher Zeit "Scharlachberg" genannt wird, nach dem Berge zu, ganz von mustergültig gepflegten Weinbergen begrenzt, Büdesheim.
Dieser, heute 6700 Seelen zählende, vorwiegend Weinbau betreibende Ort, ist im Jahre 1929 mit der Kreisstadt Bingen eingemeindet worden und ist heute, neben den inzwischen eingemeindeten Nachbarorten Kempten, Gaulsheim und Dietersheim, der größte Stadtteil von Bingen.
Es soll nicht Aufgabe sein, die Geschichte von Büdesheim seit seiner Entwicklung, die in die ersten Jahrhunderte v. Chr. zuurückreicht, aber erstmalig Ende des 8. Jahrhunderts urkundlich erwähnt wurde, darzulegen, sondern lediglich das Zeitgeschehen in den letzten 100 Jahren zu bringen, und soll der Erinnerung an die alte und zur Aufklärung für die junge Generation dienen.
Wenn man von Bingen nach Büdesheim der Nahe entlang geht, welche rechts die Gemarkungsgrenze von Büdesheim bildet, steht direkt am Fuße des Scharlachberges das erste Haus, das den Alten als "Rudolfs Häus´che" gekannt war und heute von der Familie Erbelding bewohnt ist. Von hier aus konnte man früher, hinter der Gärtnerei Lutz, den Teich und die Nahe entlang nach Dietersheim gehen. Wandelte man die Chaussee weiter, kam man erst nach 10 Minuten an die richtige Ortschaft. Die schon vor 100 Jahren vorhandenen, in geschlossener Bauweise erstandenen Häuser und die alten Straßen sind alle noch unverändert vorhanden. Abgegrenzt nach rechts vom Mühlweg, Brunnenweg, der Alzeyerstraße und Neustraße bis zum Ockenheimer Weg und links von der Bingerstraße, Wilhelmstraße, Friedrichstraße, Josefstraße kam man an der Kirchstraße vorbei, wieder zur Ockenheimer Straße. Bis zur Jahrhundertwende gab es keine wesentlichen Veränderungen innerhalb der Gemeinde. Das ganze Gelände von dem Erbelding´schen Hause bis zum Ortseingang war nur Ackergelände, der sogenannte Wörth, und war fas auschließlich im Besitze von Einwohnern der über der Nahe gelegenen Gemeinde Münster. In diesem Gelände war zunächst dei ehemalige Frauenmjühle, später Saamsche Mühle. Betrieben wurde hier außer der Mühle auch eine Brotfabrik und später eine Eisfabrik. Im Jahre 1898 wurde ein Teil dieses Gebietes von der damals in Bingen ansässigen "Cognakbrennerei" Petsch erworben. Dieser Betrieb wurde im Laufe der Zeit wesentlich erweitert und bildet heute unter dem Namen "Weinbrennerei Scharlachberg" den größten Gewerbebetrieb des Stadtteils und besitzt als eine der größten Weinbrennereien Deutschlands einen Weltruf. Auch war hier vor dem ersten Weltkrieg eine Kapselfabrik der Fa. Brugger, welche aber später wieder ihren Sitz verlegte. Der weitere Teil der Saamschen Mühle ging in den Besitz der Firma Mercedes-Benz über wird heute durch die Firma Sinzig und Lang als Autoreparaturwerkstätte weiterbetrieben. Weiter nach rechts kommen wir zu der an der Straße nach Münster gelegenen ehemaligen Keppsmühle, die später von der Firma Mittwich übernommen und zu einer Weingroßkellerei ausgebaut wurde. Eine große Feuersbrunst zerstörte 1899 den größten Teil des Geländes. Wieder aufgebaut, ging die Kellerei später in den Besitz der "Deutschen Weinkellerei" über und ist jetzt seit 1959 Eigentum der zur "Bezirkswinzergenossenschaft" zusammengeschlossenen Winzervereine von Bingen und Umgebung. Die Besiedlung des ganzen "Wörth"-geländes nahm1910 seinen Anfang, als hier durch die Firma Borg & Cie. eine Stuhlfabrik errichtet wurde, welche später wieder aufgegeben und von der Firma Karl Loosen Maschinenbau übernommen wurde. Heute stehen dort in mehreren Straßen Wohnhäuser, Gewerbebetriebe, und was noch frei war, wurde durch die vor Münster über die Nahe führende Brücke und Umgehungsstraße der landwirtschaftlichen Nutznießung entzogen. Der gegenüber Sarmsheim aus der Nahe abgeleitete Mühlteich, welcher früher für die Dorfjugend an mehreren Stellen als Badeplatz benutz wurde, ist ebenfalls dem Verkehr zum Opfer gefallen und zugeschüttet.
Die von der Deutschen Weinkellerei nach Büdesheim zu gelegene "Graswiese" wurde 1920 von dem Binger Fussballverein -- BFV Hassia Bingen -- erworben und zu einem, allen Ansprüchen des nicht nur Fußball und Handball, sondern auch Leichtathletik treibenden Vereines entsprechenden Sportplatz ausgebaut. Nachdem später ein Clubhaus mit Tribüne hinzukam, erstellte die Stadt Bingen im Anschluß an dieses Sportgelände eine Rasensportplatz, der direkt bis an die Autobahnstraße geht.
Im Jahre 1912 begann mit dem Ausbau der Helmutstraße die Erschließung des Baugeländes an den "Ackern" und "Hochstatt", und für mehrere Hunderte Familien wurden hier Wohnungen geschaffen. Den größten Umschwung gab es, als das Gelände im Kisselberg und den Steinen, rechts und links der Dietersheimer Chaussee, zum Baugelände erklärt wurde. Durch die Initiative des Bürgermeisters der Stadt Bingen, Herrn Dr. Gebauer, hat im Jahre 1954 die Firma N.S.M. Apparatebau G.m.b.H. ihren Sitz von Braunschweig hierher verlegt und neben einem großen Fabrikgelände auch noch Hunderte von Wohnungen erstellt. Insbesondere wurde durch die Errichtung dieses Betriebes der einheimischen Bevölkerung Arbeits- und Verdienstmöglichkeit geschaffen. Beschäftigt der Betrieb doch jetzt schon rund 500 Mitarbeiter und Angestellte! Anschließend an dieses großes Gelände wurde 1956 das schön gelegene und moderne Schwimmbad errichtet. Wurde früher die Nahe und der Teich als Bademöglichkeit benutzt, so wurde hier für die gesamte Bevölkerung und insbesondere für die Jugend eine segensreiche Einrichtung geschaffen. Direkt vor dem Schwimmbad befindet sich der Sportplatz des Turn- und Sportvereins, auf welchem heute das 100jährige Bestehen gefeiert wird.
Bereits im Jahre 1912 wurde durch die Bebauung der Steinstraße eine Verbindung zwischen Neu- und Bahnhofstraße hergestellt, und war bis dahin in der Bannzäunerstraße jahrelang der Gärtner Wilhelm Sepp der einzige Bewohner, so ist durch zunehmende Bautätigkeit heute eine direkte, fast vollbebaute Straßenverbindung von der Mainzer Straße zur Dietersheimer (Alzeyer) Straße geschaffen. Diese ganze Bautätigkeit und der dadurch bedingte Zuzug von Fremden brachten die Erhöhung der Einwohnerzahl von 4800 im Jahre 1946 auf 6700 heute.
Wenden wir uns den kulturellen Einrichtungen zu, so kommen wir zur katholischen Dorfkirche. Schon im Jahre 1148 war im oberen Ortsteil eine Kirche, wovon heute der Turm noch steht. Im Jahre 1756 wurde die Kirche baufällig niedergerissen, neu erbaut und 1865 erweitert, wo wie sie jetzt steht. Entstandene Kriegsschäden wurden beseitigt, und die in den beiden Kriegen 1914-1918 und 1939-1945 enteigneten Glocken wurden unter der Amtszeit des damaligen Ortspfarrers, Herrn Geistlichen Rats Dekan Beichert, dank der Opferfreudigkeit der ganzen Gemeinde wieder neu beschafft. Für eine innere Umgestaltung sorgte der jetzige Pfarrer Herr Michel, dem es auch mit zu verdanken ist, daß eine neue, schöne Friedhofskapelle entstand. Waren bis zur Eingemeindung die Aufbewahrung der Toten und deren Beerdigung vom Sterbehause aus erfolgte, so wurden die Toten ab 1929 in dem kleinen fast unwürdigen, früher als Unterstellung des Leichenwagens dienenden Raume aufgebahrt, so daß die Erbauung einer der Gemeinde würdigen Kapelle mehr als notwendig war.
Der Kleinkindergarten war in früheren Jahren in dem 1828 erbauten Schwesternhaus untergebracht und wurde im Jahre 1901 in die aus Mitteln der katholischen Gemeinde erbaute sogenannte Kinderschule in der Grabenstraße verlegt. Nachdem dieses Heim den Anforderungen nicht mehr genügte, fan die Errichtung eines neuen, modernen Kinderheimes am Kisselberg statt. Die seitherige Kinderschule in der Grabenstraße wurde der katholischen Gemeinde üb ereignet und soll als katholisches Vereinshaus Verwendung finden.
Die Büdesheimer Volksschule: 1706 wurde ein Schulhaus im heutigen Seubert´schen Haus an der Ecke der Kirchstraße errichtet, 1828 aber in das damals neu erbaute Schwesternhaus verlegt. 1865 wurde die Schule an der Rathausstraße erbaut, wovon die Mädchenschule direkt an der Straße liegt. Das Hauptgebäude wurde 1945 zerstört und war für Unterrichtszwecke nicht mehr verwendbar.
Der Unterricht in Notbehelfen (Turnhalle, Wirtschaften) machte den Aufbau dringend erforderlich, und im Jahre 1948 war die wiederaufgebaute Schule bezugsfertig. Den Anforderungen der Neuzeit entspricht diese Schule heute keinesfalls mehr und auch durch Raummangel bedingt, wurde ein Neubau durch die Stadtverwaltung beschlossen. Nachdem die Mittel bewilligt und der Plan fertig sind, dürfte der Neubau auf dem Kisselberg noch in diesem Jahr erfolgen.
Das alte Büdesheimer Rathaus, im Jahre 1539 erbaut, hat alle Stürme der Zeiten überdauert. Neben den Amtsstuben der Ortsverwaltung war bis 1926 auch die Feuerwehr dort untergebracht, die jetzt im alten Bullenstall ihre Geräte aufbewahrt. Der im Oberstock, neben der Wohnung des Gemeindedieners gelegene Sitzungssaal, dient heute der evangelischen Kirchengemeinde als Notbehelf für deren Gottesdienste. Nachdem die evangelische Kirchengemeinde vor Jahresfrist das Gelände von Käuffler an der Bahnhofstraße erworben hat, um dort eine Kirche und ein Gemeindehaus zu errichten, dürfte der Notbehelf wohl hoffentlich bald beseitigt sein.
Nachdem in früheren Jahren die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser nur aus Brunnen, welche das Wasser hauptsächlich aus den aus den Berglagen kommenden Quellen aufnahmen, möglich war, wurde hier durch die im Jahre 1898 errichtete Wasserleitung Abhilfe geschaffen. Wenn unsere Ahnen früher beim trauten Schein der Petroleumlampe zusammensaßen, so wurde mit der Lichtversorgung durch das Elektrizitätswerk ein Wandel geschaffen, und im Jahre 1928 wurde durch die Gasversorgung nicht nur für ergänzte Beleuchtung, sondern auch für Heizzwecke die notwendige Neuerung durchgeführt. Bei der Legung der Gasleitung wurden viele Wasserläufe in andere Bahnen gelenkt, viele Brunnen versiechten, manche Keller, welche dauernd unter dem eindringenden Bergwasser zu leiden hatten, wurden entlastet und andere Keller zum Leidwesen der Hausbesitzer durch den Zulauf des Wassers zum größten Teil unbenutzbar. Die Zeiten wo die Hausfrauen ihre Wäsche an den Bachbrunnen waschen mußten und dann zum Trocknen auf die Gemeindewiese legten, sind seit den modernen Waschmöglichkeiten, seitdem die Wasserleitungsversorgung kam, vorbei. Die Bleichen an der Nahestraße und Mainzer Straße sind Wohnbauten zum Opfer gefallen, und auf der Bleiche an der Neustraße, welche zum Teil ehemals der jüdischen Gemeinde als Friedhof diente, wurde die große Obst- und Gemüsehalle errichtet.
Bis 1906 waren die Einwohner, insbesondere die im Berufsleben tätigen Männer und Frauen gezwungen, den Weg nach Bingen zu Fuß zu gehen. Den Arbeitern, wovon über 400 ihr Brot in der Gräffschen -- 1928 abgebrannten -- Tabakfabrik verdienten, wurde das Essen gebracht, das sie dann an allen möglichen und unmöglichen Plätzen einnehmen mußten. Eine Epoche in der Ortsgeschichte bedeutet es daher, als im Jahre 1906 auf Anregung des damaligen Bürgermeisters der Stadt Bingen, Herrn Neff, die Gesellschaft "Binger Nebenbahnen" gegründet wurde. Somit wurde im Februar 1907 die elektrische Bahnlinie Bingen-Büdesheim-Dietersheim eröffnet. Vor 5 Jahren wurde die "Elektrische", welche sowohl dem Personen- als auch dem Güterverkehr diente, durch die blauen Omnibusse abgelöst.
Hatten wir bis 1897 in Büdesheim noch nicht mal eine Arzt, so daß die katholischen barmherzigen Schwestern in jedem Hause die erste Hilfe und Beistand leisteten, kam mit Herrn Dr. Schinke als erstem Arzt die dankbare Hilfe. Heute haben wir in Büdesheim 4 praktische Ärzte und für die Zahnbehandlung 3 Zahnärzte zur Verfügung. Auch die Errichtung der ersten Apotheke im Jahre 1953 bedeutete für Büdesheim eine langentbehrte Notwendigkeit.
Die wenigen Kolonialgeschäfte, die es gab, betrieben ihren Verkauf in Räumen ohne Schaufenster. Verkaufsstätten anderer Art gab es keine. Heute bietet Büdesheim eine Einkaufsmöglichkeit aller Bedürfnisse. Die Geschäfte wuchsen sozusagen aus dem Sand. Insbesondere gelten die Saarland- und Römerstraße als Verkaufszentrum und auch in anderen Teilen des Ortes sind Geschäfte nach modernen Gesichtspunkten ausgestattet. Sie stehen in keiner Beziehung den Ladengeschäften einer Großstadt nach.
Was das Handwerk betrifft, so waren früher 3 Schmiede und 2 Wagner vorhanden, die infolge der landwirtschaftlichen Umstellung als solche kaum noch ihre Existenz finden. 2 Spengler hatten mehr mit Reparaturen der häuslichen Geräte zu tun. 3 Sattlergeschäfte sind bis auf 1 zurückgegangen. Heute sind viele Handwerksbetriebe mit Handel verbunden. Elektro, Radio und Fernsehen erforderten andere Umstellungen. Der erste Industriebetrieb war die Kleinsche Backsteinfabrik, die aber schon seit Jahrzehnten nicht mehr besteht. Heute sind außer der Weinbrennerei, Apparatebau, mehrere Weingroßkellereien, dem Autobetrieb dienende Unternehmen, Uhrmacher, Druckereien, Kleiderfabrik, Möbelhandlungen, Holzverarbeitungen, Fotografen, Friseursalone und Schlossereien mit neuesten Einrichtungen ausgestattet, vorhanden, so daß auch hier nicht nur die Bedürfnisse aller Art befriedigt werden können, sondern auch für rund 1000 Menschen Arbeit und Brot gesichert sind.
Das Gaststättengewerbe ist an Zahl der Lokale noch so ziemlich vorhanden. Verschiedene Lokale sind eingegangen, andere wurden eröffnet, 2 Cafes kamen hinzu. Alle Lokale wurden der Neuzeit entsprechend eingerichtet, so daß auch hier Büdesheim jedem Gast Rechnung tragen kann. Die früher nur beschränkt an Zahl und Zeitdauer zugelassenen Hecken- oder Straußwirtschaften vermehren sich, und es gibt kaum eine Straße, wo nicht ein Strauß heraushängt, oder ein Schild auf Verkauf über die Straße hinweist.
An Tanzlokaten waren früher vorhanden: Im Hause Jung (jetzt Druckerei Blaschke) im Bingerweg bei Schilz-Wöstmann, gegenüber im Illyschen Haus. Diese sind seit Jahren nicht mehr vorhanden. Gasthaus zur Traube und Römer hatten früher nur einen kleinen Saal und wurden später vergrößert. Dann kam die Turnhalle und später der Saal Schilz, sowie die Winzerhalle hinzu. Heute stehen nur noch die Turnhalle und die Traube zur Verfügung, was für unsere tanzlustige Jugend einen großen Mangel bedeutet.
Die Gemarkung mit rund 3600 Morgen ist durch einschneidende Verhältnisse in ihrer Ertragsmöglichkeit sehr herabgemindert. Die Bahnbauten Alzey-Bingen-Gau-Algesheim--Bad Kreuznach, die Hindenburgstrecke Kreuznach--Geisenheim und zuletzt die Autobahn haben große Teile der Gemarkung beansprucht.
Der Weinbau hat wohl am meisten darunter gelitten. Hatten wir bis zur Jahrhundertwende ca. 350 ha bebaute Weinberge, so sind es heute nur noch 220 ha. Insbesondere die Burgunderweinberge, welche früher bis zu einem Viertel der gesamten Weinbaufläche betrugen, sind heute bis auf knapp 1 ha verschwunden. Um die Absatzmöglichkeit der Weine rationeller zu gestalten, wurde im Jahre 1901 ein Winzerverein gegründet, der in dem früheren Wendelschen Besitztum eine Großkellerei errichtete, welche später durch eine Gaststätte erweitert wurde. Waren es bei der Gründung 27 Mitglieder, so sind es heute 65 Büdesheimer Mitglieder. Nach der im Jahre 1959 erfolgten Zusammenlegung der Vereine von Bingen und Umgebung und Ankauf des Betriebes der Deutschen Weinkellerei sind jetzt in der Bezirkswinzergenossenschaft rund 320 Winzer Miglied.
Im Jahre 1910 begann man mit der Spargelanpflanzung, welche im Jahre 1930 noch eine bebaute Fläche von 200 Morgen auswies, heute jedoch nur noch 50 Morgen beträgt. Es ist aber wieder mehr Interesse vorhanden, so daß man mit einem vergrößerten Anbau rechnen kann. Auch der Obstbau wurde als eine bessere Erwerbsquelle immer mehr gefördert und hat heute einen ertragsfähigen Bestand der hauptsächlich forcierten Sauerkirchen von ca. 14.000 Bäumen und rund 6.000 Jungbäumen, Johannisbeeren rot ca. 8.000 Sträucher, Pflaumen und Zwetschen ca. 3.000 Bäume. Die Erdbeeranpflanzungen sind zurückgegangen. Waren es vor drei Jahren von ca. 1.500 Ztr. Ernte, sind es jetzt kaum noch 300 Ztr. An Frühobst sind ca 1.200 und an Birnen ca. 600 Bäume vorhanden.
Die im Jahre 1910 gegründete Obst- und Spargelgenossenschaft, seit 1928 Obst- und Gemüseverwertungsgenossenschaft, regelt den Verkauf aller Erntemengen und hat heute rund 800 Mitglieder.
Erwähnen wir noch, daß die Gemarkung 56 km Feldwege hat und welche nach und nach in einen besseren befahrbaren Zustand gebracht werden sollen, und sind jetzt 20.000 qm in einer Strecke von rund 6 km betoniert.
Wir sehen also, welche Veränderungen und Umwandlungen im Laufe von 100 Jahren sowohl im Ortsteil als auch in den Fluren vorgenommen wurden.
Möge unser Ortsteil auch weiterhin sich in allen Teilen fortschrittlich entwickeln zum Wohle der gesamten Einwohnerschaft.
Das sei unser aller Wunsch.

HEINRICH TRÁBLE


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